Die Sturmflut von 1872

Ölgemälde von der Niendorfer Sturmflut (m.frdl. Genehmigung der Fam.Muuß,Hotel Friedrichsruh)
In den Tagen vor dem 13. November 1872 hatte über der westlichen Ostsee und Niendorf ein schwerer Weststurm hinweggefegt. Er hatte die Wassermassen in die östliche Ostsee getrieben und Überschwemmungen in St. Petersburg ausgelöst. Dann schlug der Sturm in der Nacht vom 12. auf den 13. November auf Ost um (Badewanneneffekt) und drückte das Wasser wieder zurück. In der Lübecker Bucht wurden Pegelstände von 3,54 m über NN gemessen. An drei Stellen in Niendorf brach die Ostsee in das Hinterland und unterspülte auch aus Richtung Aalbek und Hemmelsdorfer See die Häuser. Von 212 Einwohnern in 56 Häusern ertranken 4, über die Hälfte aller Häuser wurden zerstört oder von den Wassermassen schwer beschädigt. Diese Sturmflut richtete schwere Schäden an auch in Mecklenburg, den übrigen oldenburgischen Bädern, aber auch auf Fehmarn und in Dänemark.